Book Details
Warum wählt man zwei typische Redewendungen aus Ancona als Titel für eine Erzählsammlung, die doch im Wesentlichen in Jesi und Umgebung spielt? Ich glaube, Leser meines Alters haben die Ironie hinter diesen Ausdrücken sofort begriffen. Sie sind zwar mit typischen Gerichten aus Ancona und Jesi verbunden, entspringen aber vor allem der ewigen Rivalität zwischen den beiden Städten – ein goliardischer und schelmischer Schlagabtausch. „Brot mit Öl" und „Reis mit Knochen" waren einst Eckpfeiler der märkischen Armeleuteküche. Ersteres war eher in der Gegend von Ancona verbreitet, eng verknüpft mit der Olivenölproduktion; Letzteres fand man eher in den ländlichen Gegenden um Jesi und Macerata, untrennbar verbunden mit der winterlichen Hausschlachtung, der Pista.Doch wenn ein Jesiner zu einem Anconetaner „Pà cu' l'ojo" sagte, spielte er auf dessen typischen Dialekt an, der in diesem kurzen Satz seinen prägnantesten Ausdruck fand. Und natürlich ließ der Anconetaner die Antwort nicht lange auf sich warten: „Hör mal, wer da spricht! Ausgerechnet der, che magna el riso sa l'ossi – der Reis mit Knochen frisst!" Auch hier schwang der Bezug zum Reis mit, der in einer Brühe aus lange ausgekochten Schweineknochen gegart wurde. Doch vor allem machte man sich über die Aussprache des Buchstabens „S" bei uns Jesinern lustig: Wir zischeln ihn fast zwischen den Zähnen hindurch und erzeugen so einen weichen, sanften Laut anstelle des harten „S", wie es im Rest der Region üblich ist. Das verleiht dem Dialekt von Jesi bisweilen einen Akzent, der fast an das Toskanische erinnert.
Author Description
Stefano Vignaroli, Jahrgang 1959, ist Tierarzt und hat stets im Bereich der Kleintiermedizin in der Provinz Ancona gearbeitet. Neben seiner Leidenschaft für Hunde ist er begeisterter Musikliebhaber, vor allem des Jazz – in seiner Jugend spielte er Altsaxophon in verschiedenen Orchestern, improvisierten wie professionellen, sowie in der Blaskapelle seiner Heimatstadt. Als angestellter Tierarzt beim örtlichen Gesundheitsamt arbeitete er häufig mit Polizei und Carabinieri bei Ermittlungen und Einsätzen im Zusammenhang mit illegalem Tierhandel oder Tiermisshandlungen zusammen. Die enge Zusammenarbeit mit den Hundeführereinheiten der Staatspolizei war entscheidend für die Entwicklung der Protagonistin seiner Romane, Commissario Caterina Ruggeri, die ihre Karriere als Leiterin einer Diensthundestaffel beginnt. So entstand die Romanreihe rund um die Commissario aus den Marken: „Delitti Esoterici" (Altromondo editore – Padua), „I Misteri di Villa Brandi" (Verlag MJM – Meda) und „Diario di uno Psicopatico" (Altromondo editore – Padua). Als Gründungsmitglied und derzeitiger Präsident des Kulturvereins Euterpe APS mit Sitz in Jesi, der kulturelle Veranstaltungen sowie lokale und nationale Literatur- und Poetrywettbewerbe organisiert, war er Mitglied in Bewertungsjurys verschiedener nationaler Literaturwettbewerbe. Er war Referent bei Tagungen zur Geschichte von Jesi mit Beiträgen über „Den Sacco di Jesi", „Persönlichkeiten des Risorgimento in Jesi: der Marchese Colocci und Leutnant G. Acqua" sowie „Die architektonische Entwicklung von Jesi im 16. Jahrhundert". Nach Abschluss der Trilogie um Commissario Caterina Ruggeri wandte er sich, seiner Leidenschaft für Geschichte – vor allem der lokalen – folgend, dem historischen Roman zu. Inspiriert von architektonischen Elementen der Stadt Jesi und tatsächlichen historischen Ereignissen (wie dem Sacco di Jesi) entstand der Roman „L`ombra del campanile". Dieser kann als erster einer Reihe betrachtet werden, die einem Buchdrucker des 16. Jahrhunderts, Bernardino Manuzzi, und einer jungen Wissenschaftlerin unserer Zeit, Lucia Balleani, gewidmet ist, die beim Auffinden und Archivieren alter Texte längst vergangene dunkle Ereignisse wieder zum Leben erweckt. Es folgten „La Corona Bronzea", „Nel segno del Leone" und „L`eredità di Bernardino".
Read this book in our EasyReadz App for Mobile or Tablet devices
To read this book on Windows or Mac based desktops or laptops: